Die Gewächshäuser in der Flora Köln „ICS Garden of Excellence“ sind jetzt fertig und dazwischen kann schon angepflanzt werden. Im Inneren laufen die Erdarbeiten. Am Montag kommt die grosse Jubea von Huben. Aber sie ist wirklich sehr schön und bekommt einen Ehrenplatz im Innenhof. Im Innenhof wird eine über 2m große Kamelie gepflanzt, die Kamelienspende von Margrit Liebich, Higo Daikanbo mit Sport, etwas ganz besonderes.

 Gewächshäuser müssen warten

In der Flora verzögern Lieferengpässe die Bepflanzung bis 2023

Köln 18.05.2022- Der Botanische Garten in Köln muss länger auf seine neuen Schau-Gewächshäuser warten als geplant. Das Großprojekt in der Flora verzögert sich mindestens um mehr als ein Jahr. In der Flora in Köln entstehen aktuell große Schau-Gewächshäuser. Ihre Fertigstellung verzögert sich, die Kosten steigen.  © Königs Architekten/Stadt Köln  

Dies teilte eine Sprecherin der Stadt Köln am Dienstag mit. Hauptursache: Lieferengpässe!

Die Corona-Pandemie habe enorme Lieferschwierigkeiten verursacht, die sich jetzt auch auf die großen Gewächshäuser in der Flora auswirken. Die sind bekanntlich seit 2018 im Bau, das Richtfest wurde im Oktober 2020 gefeiert.

"Die massiven Lieferverzögerungen und der erforderliche dreimonatige Probebetrieb führen dazu, dass das Gebäudeklima erst im Oktober 2022 betriebsbereit hergestellt sein wird", so die Sprecherin. Technik und Teile fehlen 

Die geplante Pflanzzeit im Mai 2022 wird damit verpasst und muss ins Folgejahr 2023 geschoben werden.

Solange muss auch der Einbau des geplanten Höhenwegs durch das Gewächshaus warten.

Erst wenn diese Pflanzen in die Erde gesetzt sind, kann der Pfad für Besucher eingebaut werden. So wird aus der Übergabe im zweiten Quartal 2022 schnell Ende 2023. Wann die Eröffnung folgt, ist ungewiss. 

 
Sport von Higo Daikanbo
Higo Daikanbo

Camellia japonica "Patricia Short"(ehem. Präsidentin der ICS aus England) Die Pflanze ist hervorgegangen aus Camellia japonica "Roma Risorta" Mutter und Camellia japonica "Snow Chan" Vater. Entstanden bei Walter Klotz Egelsbach, erste Blüte 2007. 

 

Patricia Short am 01.03.2022
01.02. 2022 G. Harnisch
Steckling von der „Matusalen“ 1860 Quinones de Leon, Galicien

 

Loki Schmidt, die Kamelien-Pionierin

In Loki Schmidts Garten in Langenhorn etwa stehen acht bis zu fünf Meter hohe Pflanzenbäume, deren aprikosenfarbene und rote Blüten jetzt, im Mai, ihrem farbenprächtigen Ende entgegendämmern. Nach Expertenmeinung ist die Hamburger Naturschützerin, auf deren Namen 1992 eine rotweiße Abart dieser Pflanze getauft wurde, eine "Kamelien-Pionierin", weil sie als eine der ersten diese immergrüne Strauchart chinesisch-japanischer Herkunft in Norddeutschland ("wo sie eigentlich gar nicht hingehört") frühzeitig auszupflanzen wagte:

"Ich war von der Pflanze fasziniert, weil sie hier so selten war", sagt Loki Schmidt, "und ein bisschen klang da auch die Verehrung im 18. Jahrhundert nach, als die Kamelie am Revers eines Herrn mehr wert war als die Orchidee. Ich habe viel experimentiert, bin aber nicht auf die hübschesten Exemplare stolz, sondern auf die selbst aus Samen gezogenen.

Gartenfreunde waren damals sehr misstrauisch und fragten mich häufig: 'Was machen denn Ihre Kamelien? Leben sie noch?' Die hatten einfach keinen Mumm, ihre Pflanzen ins Freie zu bringen. Kamelien mögen keine Heizungsluft und keine scharfen Ostwinde, bei mir überwintern sie aber problemlos unter Schnee."

28.02.2021 G.Harnisch
1956 ehrte man mit der Sorte ‚Bernhard Lauterbach‘ den langjährigen Mitarbeiter und ehemaligen Obergärtner Seidels.
Takanini - bevor es letzte Nacht Frost gab, habe ich noch schnell meine erste Freilandblüte fotografiert. K. Jacobs-Gebauer

Aktuelle Blüte bei Dr. Klaus Richter

Sämling Loki Schmidt 01.02.2022 M.Feldt
Sämling von Loki Schmidt/ M. Feldt 27.01.2022

Die unbekannte Teekamelie.

 

Wie natürlich alle Kamelien-Liebhaber wissen wir, dass der Tee aus den jungen Blättern der Teepflanze gewonnen wird. Diese heisst Camellia sinensis. Das Attribut sinensis heißt übrigens aus China kommend.

Aus dieser Art wird der meiste Tee hergestellt, egal welche Farbe dieser hat, da es sich lediglich um Ernte- und Reifeprozesse handelt, die am Schluss über die Farbe des Produkts entscheiden. Diese Art hat auch einige Sorten hervorgebracht, die sich durch die Größe der Blätter oder auch der Inhaltstoffe unterscheiden. Ebenso wird gerade an einer Verbesserung der Winterhärte der Teepflanze gezüchtet.

Bei meinen vielen Reisen nach China habe ich noch etliche andere Kamelien kennen gelernt, aus denen Tee gewonnen werden kann.

Eine, die ich zu den schönsten Kamelien überhaupt zähle, gehört ebenfalls in diesen Komplex der Teekamelien. Leider habe ich sie noch nicht in freier Wildbahn gesehen.

Der Lebensraum dieser Pflanze ist das westliche Yunnan, sie kommt ebenso im nördlichen Burma vor, Regionen die ich noch nicht bereist habe.

Camellia irrawadiensis kommt zwischen 1300 und 2000 m vor, besiedelt dichte Wälder und wird von der lokalen Bevölkerung geerntet und zu Tee verarbeitet. (Angeblich fehlt diesem Tee Coffein, weshalb er sehr bekömmlich wäre.) Es soll einen Baum geben der 1000 Jahre alt ist  und dieser soll 9m hoch sein.

Über die Population in Burma ist nichts bekannt, außer dass sich diese am Oberlauf des Irrawadie-Flusses befindet. Daher auch der Name dieser Kamelie.

Ich pflege diese Kamelie nun schon etwa 20 Jahre und kann nur positives von ihr berichten.

Schon alleine das sehr große Laub, das ungefähr 8 bis 15 cm lang und mit einer deutlichen Mittelrippe und vielen Seitenvenen durchzogen ist, ist sehr auffallend. Dazu kommt noch ein unglaublicher Blütenreichtum: 4 bis 7 Knospen pro Triebspitze sind keine Seltenheit. Die Blütezeit ist später Herbst und früher Winter. Die aparten runden grünen Blütenknospen schwellen zu kleinen weißen Perlen heran, die manchmal einen rosigen Schimmer haben können. Es öffnet sich eine reinweiße Blüte etwa 4 bis 5 cm groß, die mit einem schönen Kranz an Staubbeuteln aufwartet. Man könnte fast sagen, es sei eine Higo-Blüte en Miniatur. Vor dem Verblühen biegen sich die Blütenblätter nach hinten und die Staubgefäße werden dunkel. Die Farbe dieser verblüffenden Blumen verfärbt sich zart rosa angehaucht. Die Blüte fällt als Ganzes vom Strauch. Auch duftet diese seltene Wildform recht stark. Nur ist es wie bei vielen Kamelien kein süßer Duft, sondern ein Duft der an frischen Waldboden im Frühling erinnert: erdig, holzig und doch klar. Wenn diese Pflanze voll aufgeblüht ist, duftet der ganze Wintergarten nach ihr. Leider ist der Wuchs dieser Kamelie als sehr staksig zu bezeichnen.

Sonst ist diese Kamelie überaus wuchsfreudig und für eine Wildart auch einigermaßen robust. Kultiviert wird sie bei mir wie alle anderen Kamelien auch, nur mit dem Unterschied dass sie 12 Monate im Jahr unter Glas gepflegt wird. 

Bericht von: Alexander Haas

Kamelienblüte 2022

Oki-no-nami am 19.Januar 2022

Sämlinge von Manfred Feldt

Kamelienblüten von Frau Jacobs-Gebauer

Der weiße Rand der Tama no ura

 

Vielen Kamelienfreunden ist die Kamelie Tama no  ura ein Begriff. Wer möchte sie nicht in seiner Sammlung haben, ist sie doch eine sehr aparte Kamelie. Und doch ist es eine, die immer wieder zu Frustrationen führt, da sie selten den elitären weißen Rand der Blühte hervorbringt.

Oft werden dann die Gärtner verdächtigt, eine schlechte oder gar eine falsche Kamelie verkauft zu haben. Ich denke nicht, dass das der Grund ist, weshalb sich die Schönheit ziert. Nein viel eher ist es eine falsche Kultur der Pflanze.

Die Tama no ura kenne ich jetzt seit weit über 25 Jahren und kenne die Tücken dieser Diva genau .

Übrigens hatte ich im Jahr 2008 die Gelegenheit, den Naturstandort der Tama no ura in Japan zu besuchen mit der ICS. Es war einer der Highlights der Vorkongress Tour für den Kongress in Kurume.

Eigentlich ist die Tama no ura nichts anderes als eine wilde Camellia japonica mit einer besonders schönen Farbzusammenstellung.

Ein Köhler fand diese Pflanze in einem Wald und holzte diese nicht ab. Irgendwann wurde die Kamelie, die nach ihrem Fundort benannt worden ist, in Nagasaki ausgestellt und war schlagartig populär. Von überall her strömten die Leute auf die Insel Goto, um zum Naturstandort der Tama no ura zu pilgern.

So wie ich und die Reiseteilnehmer des  Kongresses im Jahr 2008 wanderten wir zur Tama no ura durch dunkle japanische Wälder, durchschritten ein trockenes Bachbett voller großer Findlinge, um zu einer recht steinigen Hangebene zu gelangen die voller wilder Kamelien war. Aber zu unserer Enttäuschung erzählte man uns, dass der originale Baum durch Stecklings-Touristen zerstört wurde. Man hatte aber eine neue gepflanzt und mit einer Tafel versehen, um den originalen Standort zu markieren.

Doch zurück zu unseren Gefilden und unseren Kamelien. Wir gehen oft davon aus dass Camellia japonica immer im späten Winter bis in den Mai blühen. Wenn Sie so denken, wird die Tama no ura sich zieren und den weissen Rand nicht richtig ausbilden.

Das erste Mal in Europa wo ich richtige schöne Tamas sah, war während meines Arbeitsverhältnisses in der Baumschule Stervinou nördlich der Stadt Brest in Frankreich. Und stellen Sie sich vor, diese blühten Anfang November und zwar mit perfektem weißen Rand .

Meiner besten Kamelienfreundin suchte ich die schönste Pflanze für ihre Bestellung aus. Zufrieden dass diese nun eine Tama hat mit weißem Rand für ihre Sammlung. Denn besagte Freundin hatte schon eine Tama aus der Schweiz von Eisenhut ohne den Rand.

Irgendwie kam dann noch eine eine Tama no ura in meine Sammlung, sie fühlte sich gleich pudelwohl, denn sie blühte Anfang November und hatte den weißen Rand. Der Frust bei meiner Bekannten wurde immer größer, da sich die Tamas zierten und nur rot waren. Auch diese aus der Bretagne.

 

Nun muss man aber wissen, dass ich die Tama immer im Wintergarten halte. Sie steht 12 Monate im Glashaus, treibt im Februar neue Blätter und schließt Ende April mit dem Wachstum ab. Sie setzt Anfang Mai die Blütenknospen an und diese blühen Anfang November, manchmal aber auch schon im Oktober auf. Alle Blüten haben den Rand, den wir so faszinierend finden. Die Blüten, die Ende März aufgehen sind schon eher rot. Man erkennt den Rand zwar noch, aber angedeutet. Spätere Blüten sind nur rot.

Bei meiner Freundin, die die Pflanzen unter einem Balkon in einen Verschlag überwintert, noch dazu in einem fast Mittelgebirgsklima, treiben diese sehr viel später Blätter und auch die Knospen können nicht so gut ausreifen. So blühen diese Kamelien erst Ende März oder noch später und alle Blüten sind rot.

Nur in einen Jahr, weil das Wetter so gut war, blühten die Tamas im November bei ihr und siehe da, alle Blüten hatten den weißen Rand. Bei beiden Pflanzen!

Fazit: Um die Blüte in Reinform zu erleben, müssen wir die Tama no Ura unter perfekten Bedingungen pflegen.

Wer die Tama nicht unter Glashaus Bedingungen ziehen kann, sollte sich Tama Bell zulegen. Diese ist nach 10 Jähriger Erfahrung selbst mit späten Blüten immer noch weiß umkränzt.

Übrigens: wer die Tama no ura wirklich mag, der sollte unbedingt den Mannheimer Luisenpark besuchen. Denn so wie es scheint, finden sich sehr viele  Abkömmlinge dieser edlen Kamelie nun im neuen Kameliengarten vereint. Der Kameliengarten befindet sich übrigens in einem echten chinesischen Garten, ein tolles Ambiente für diese asiatischen Pflanzen.

 Alexander Haas

 

Die Kamelie trägt den Namen Waldemar Hansen und ist eine C.Sasanqua

17. November 2021 von Floren Bauerdick
Carol-lynn erste Blüte von Manfred Feldt
Carol-lynn zweite Blüte von Manfred Feldt
 
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