Wiederfindung von Camellia japonica ‘Queen Victoria’ 1839

 

Camellia japonica ‘Albertii’

Mit Camellia japonica ‘Albertii’ konnte am 18. Februar 2026 eine historische Sorte in die private Gothaer Kameliensammlung aufgenommen werden. Die Varietät, deren Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert reichen, ist für ihre zartrosa, porzellanartigen Blüten und ihren ruhigen, kultivierten Wuchs bekannt.

 

Die Geschichte zweier königlicher Kamelien

Queen Victoria & Prinz Albert – ein botanisches Ereignis von 2026

Im November 2026 begeht das Herzoghaus Sachsen‑Coburg und Gotha sein 200‑jähriges Bestehen. Parallel zu diesem Jubiläum verdichtet sich ein gartenhistorischer Vorgang, der bereits jetzt als eines der bedeutendsten Ereignisse des Jahres für die regionale Pflanzenkultur gelten kann: die bevorstehende Rückkehr der Camellia japonica ‘Queen Victoria’ nach Gotha.

Die Sorte wird 1870 letztmalig im Inventar der Gothaer Orangerie erwähnt. Dieser Eintrag markiert das Ende ihrer dokumentierten Präsenz in Thüringen. Als nach der britischen Monarchin Victoria benanntes Kultivar besitzt sie eine unmittelbare dynastische Verbindung zum Haus Sachsen‑Coburg und Gotha, aus dem ihr Gemahl Prinz Albert hervorging. Die historische Existenz dieser Kamelie am Standort Gotha ist daher sowohl botanisch als auch kulturhistorisch bemerkenswert.

Über mehr als ein Jahrhundert galt ‘Queen Victoria’ in Europa als verschollen. Erst jüngere Recherchen lenkten den Blick auf die historischen Kamelienhaine der Region Bodalla (New South Wales, Australien). Dort existieren Altbäume, deren morphologische Merkmale und Überlieferung auf Pflanzungen des 19. Jahrhunderts schließen lassen. Auf Grundlage dieses Materials ist nach aktuellem Kenntnisstand davon auszugehen, dass ‘Queen Victoria’ noch im Laufe dieses Jahres als vegetativer Steckling nach Gotha zurückkehren wird. Diese Rückführung stellt nicht nur eine wissenschaftlich bedeutsame Rekonstruktion eines verlorenen Kultivars dar, sondern auch ein seltenes Beispiel für die erfolgreiche Identifikation und Repatriierung historischer Pflanzenlinien.

Bereits vollzogen ist die Rückkehr eines weiteren dynastisch benannten Kultivars: Camellia japonica ‘Prinz Albert’, durch die gärtnerische Arbeit von Herrn Riedel (Pirna‑Zuschendorf) wieder in Gotha etabliert. Die erneute Präsenz beider Sorten eröffnet neue Perspektiven für die Erforschung historischer Pflanzensammlungen, dynastischer Repräsentationsformen und globaler Pflanzenmigrationen des 19. Jahrhunderts.

In der Zusammenschau markiert die bevorstehende Wiederansiedlung der ‘Queen Victoria’ einen wissenschaftlich herausragenden Moment: Erstmals seit 1870 wird ein Kultivar, dessen Spur sich über Kontinente hinweg verfolgte, an seinen historischen Ursprungsort zurückgeführt. Damit wird ein botanisches Kontinuum wiederhergestellt, das lange Zeit nur archivalisch fassbar war.

Prince Albert = Albertii

Ursprünglich stammt diese päonienförmige Sorte aus China und wurde durch Alfred Chand-ler/Vauxhall eingeführt. Sie blühte zuerst 1839. Der Name wurde 1840 gewählt zu Ehren von Prinz Franz August Carl von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen, genannt Albert (*1819-t1861), Cousin und Ehemann von Königin Victoria von Großbritannien (*1819-t1901).

Das Ehepaar heiratete am 10. Februar 1840. Dieser Ehe entstammten neun Kinder. 

Erst 1857 wurde der Prinz auch Prinzgemahl genannt (nach 17 Jahre Ehe). Die Kamelie 'Prince Albert' wurde im Jahr 1841 von Van Houtte veröffentlicht. Der Name 'Albertii', der von seinem Besitzer gegeben wurde, hat Priorität.

 

Kernaussagen der Nachricht aus Australien                                   08. Februar 2026 von Stephen Utick

1. Vermehrung der ‘Queen Victoria’ hat begonnen

  • Camellia Ark Australia hat die Vermehrung offiziell gestartet.
  • Die Stecklinge werden bei Rhodoglen Nurseries (Melbourne, VIC) geschnitten.
  • Zeitpunkt: sobald der Neuaustrieb ausgereift ist – voraussichtlich März.
  • Bewurzelungszeit: 3–4 Monate, eventuell etwas länger für kräftigere Wurzeln.
  • Ziel: bis Ende Mai etwa 30 bewurzelte Stecklinge.

2. Export & Phytosanitäre Anforderungen

  • Der komplizierteste Teil ist die Exportfreigabe und die Erfüllung der deutschen Importvorschriften.
  • Andrew Raper nimmt erste Kontakte mit dem australischen Landwirtschaftsministerium auf.
  • Parallel soll Anke die deutschen Behörden konsultieren, um die Anforderungen für:
    • 30 bewurzelte Stecklinge von Camellia japonica
    • inklusive Substrat/Medium

zu klären.

3. Rolle von ICS und eure Beteiligung

  • Hauptzweck der Sendung: Re-Introduction der Sorte durch die ICS.
  • Eure Pflanzen werden mit in die Lieferung integriert.
  • Anke fungiert als offizielle Importkontaktperson, um Doppelarbeit und Verwirrung zu vermeiden.
  • Stephen bittet dich, die weitere Abstimmung direkt mit Anke zu führen.