Der Thedinghauser Manfred Feldt ist mit rund 800 Kamelien einer der größten Hobbyzüchter

Fast gefährlicher noch als Kälte ist Wärme. Das hat der Thedinghauser am Anfang seines Umgangs mit Kamelien vor 34 Jahren gelernt: „Ich habe mir beim Gärtner zwei Pflanzen gekauft und über die Heizung gestellt. Nach drei Tagen waren die Blüten hin, nach einer Woche die noch geschlossenen Knospen. Und nach 14 Tagen war kein Blatt mehr dran.“ Statt den Gärtner zur Rede zu stellen, den ja auch keine Schuld traf, hat sich Manfred Feldt in das Thema eingelesen und Kontakt zum „Kamelienpapst“ Peter Fischer in der Wingst aufgenommen. Über die Jahre ist aus Feldt selbst eine Koryphäe geworden, was die Hobbyzucht anbelangt. Neben dem bloßen Ziehen von Saatgut betätigt sich das Mitglied der Deutschen sowie der Internationalen Kameliengesellschaft auch als „Schöpfer“, indem er Blüten mit einem Pollenpinsel bestäubt und so Kreuzungen erzeugt, die zum Beispiel rosa-weiße Blüten hervorbringen. Meist lässt er aber die Natur walten – und freut sich dann über seltene Exemplare, die wie bei einer Korkenzieherhasel verdreht wachsen und mit vielen Knospen angefüllt sind. 

Viele seiner 800 Pflanzen haben gar keine Namen, sondern sind der Einfachheit halber „nur“ nummeriert. Andere Nachzüchtungen aus Handelssaatgut tragen große Namen, wie etwa „Loki Schmidt“. Besonders prachtvolle Exemplare aus eigenem Haus sind „Mein kleiner Juwel“ oder „Meine Marlene“. „Marlene heißt meine Lebensgefährtin.“ Fotos der schönsten Blüten haben es in einen bunten Kamelienkalender 2022 geschafft, für den Manfred Feldt mit anderen Züchterinnen und Züchtern Bilder lieferte. Der Thedinghauser macht aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung keine Geheimwissenschaft. So rät er, beim Kamelienkauf unbedingt auf den Zustand der Wurzeln im Topf zu achten. Seien sie schwarz statt weiß, sterbe die Pflanze bald ab. Dünger brauchen die Pflanzen auch nicht, nur gute Blumenerde. Wichtig sei neben regelmäßigem Beschneiden auch Umtopfen, kleine Pflanzen nach zwei bis drei Jahren, größere nach vier Jahren. Später könnten die Kamelien nach draußen gepflanzt werden. Sie machen auch als bienenfreundliche immergrüne Hecke eine gute Figur. Für Ende März bis Ende April plant Manfred Feldt wieder Tage des offenen Gartens an der Hägerstraße 8 – vorbehaltlich der Corona-Situation. Dann präsentiert er Interessierten seine Kamelien und bietet auch Setzlinge zum Verkauf. „Ich kann ja nicht alle behalten.“ Weitere Informationen unter Telefon 04204/22 33 269.