Die Kamelien in Bad Gleisweiler

 

Ausgangspunkte waren wie so oft mündliche und teilweise auch schriftliche Überlieferungen, die besagen, dass die Kamelien so um 1870 nach Gleisweiler kamen. 1870/71 tobte in der Gegend der Krieg und man erreichte Gleisweiler nur mit Passierschein. Daher vermuten wir heute, dass die ursprünglich ausgesprochene Jahreszahl von 1870 etwas nach unten zu korrigieren ist.

Die Herzöge von Nassau nutzten das Schloss Biebrich in Wiesbaden als ihre Sommerresidenz. Hinter dem Schloss erstreckt sich ein Landschaftspark, der um 1817 vom Gartenbaukünstler Friedrich Lud. von Sckell angelegt wurde. Dieser ist bekannt durch seine Arbeiten u.a. in Mannheim und Schwetzingen. Herzog (vorher Fürst) Adolph von Nassau, besagter Pflanzenliebhaber ließ den Park dann mit exotischen Pflanzen ausgestalten. Er war es auch, der die Gewächshäuser (von 1844-48) und 1845 eine Orangerie zum Überwintern der Exoten errichten ließ. Diese Orangerie ist bis heute im Park des Schlosses zu sehen.

Als 1866 Frankfurt und Hessen-Nassau preußischer Besitz wurde, musste Herzog Adolph sein Schloss verlassen, obgleich es wohl weiterhin sein Eigentum blieb. Vom Exil aus war es ihm nicht mehr möglich seine Pflanzensammlungen zu betreuen und so war er wohl gezwungen diese aufzulösen.

Nun kommt der Frankfurter Handelsgärtner und Gartenarchitekt Heinrich Siesmayer (1817-1900) ins Spiel. (Er gestaltete auch viele Parks in Mannheim mit und war dann Gründungsmitglied des Palmengartens in Frankfurt und dessen erster Direktor.)